Kurzfassung: Ob ChatGPT Ihre Firma kennt und empfiehlt, testen Sie am zuverlässigsten mit sechs festen Fragen, die Sie jeden Monat unverändert stellen: vier Fragen nach Anbietern Ihrer Leistungen in Ihrer Region, eine Fachfrage aus Ihrem Thema und eine Frage direkt nach Ihrer Firma. Jede Frage kommt in einen frischen temporären Chat ohne Personalisierung, jede Antwort mit Ihrem Firmennamen zählt einen Punkt, und zusätzlich notieren Sie, wer stattdessen genannt wird. Eine einzelne Antwort ist eine Stichprobe; erst dieselben Fragen unter denselben Bedingungen machen daraus eine Messreihe.

Wie teste ich, ob ChatGPT meine Firma kennt?

Mit den Fragen, die ein Kunde stellen würde, nicht mit denen, die Sie selbst stellen würden. „Was weißt du über die Muster GmbH?“ prüft nur, ob ein Name auffindbar ist. Kunden fragen nach einem Anbieter für eine Leistung, meist mit Ort und fast nie mit einem Firmennamen im Kopf. Ein brauchbarer Test enthält deshalb beide Frageformen, mit einer klaren Mehrheit an Marktfragen.

Den schnellen Einstieg bietet der KI-Sichtbarkeits-Check: fünf Testfragen, eine Bewertung pro Antwort, ein Score von 0 bis 10. Das ist eine gute Momentaufnahme. Wer sehen will, ob sich über die Zeit etwas bewegt, braucht ein KI-Monitoring mit einem Protokoll, das jeden Monat gleich abläuft. Ich messe meine eigene KI-Sichtbarkeit seit August 2026 monatlich nach dem Fragenaufbau, den dieser Beitrag beschreibt.

Welche sechs Fragen gehören ins Protokoll?

Sechs Fragen in drei Typen, jede so formuliert, wie ein Kunde sie eintippen würde:

  1. Frage 1 bis 4, Marktfragen: eine je Leistungsfeld, etwa „Welche Berater für [Leistung] in [Region] kannst du empfehlen?“. Wer nur eine Leistung anbietet, variiert Region oder Kundengruppe.
  2. Frage 5, Fachfrage: ein typisches Problem Ihrer Kunden, etwa „Wie kann ich [Problem] lösen?“. Hier verlangt niemand einen Anbieter, aber die KI kann eine Fachquelle zitieren. Auf diesen Fragetyp zahlen gute Fachartikel ein.
  3. Frage 6, Namensfrage: „Was weißt du über [Firma]?“. Sie prüft, ob die KI Ihre Firma kennt und richtig beschreibt.

Drei Regeln für den Wortlaut. Die Fragen stammen aus echten Anfragen, also aus Mails und Erstgesprächen, nicht aus Ihrem Werbetext. Sie enthalten den Ort, wenn Ihre Kunden regional suchen; wie stark sich regionale Antworten unterscheiden, zeigt der Beitrag GEO-Berater in Niederösterreich. Und sie werden einmal festgelegt und danach nicht mehr angefasst. Wer eine Frage austauscht, beginnt eine neue Messreihe.

Unter welchen Bedingungen messen Sie neutral?

Unter Bedingungen, in denen die KI nichts über Sie weiß, bevor die Frage gestellt ist. In meiner Messreihe hat ChatGPT im normalen, eingeloggten Chat ungefragt Wissen aus dem Gedächtnis des Kontos herangezogen. Vier Bedingungen halten das heraus:

  • Temporärer Chat, und zwar ohne Personalisierung. Temporäre Chats legen keine neuen Erinnerungen an. Sie können laut OpenAI aber vorhandene Erinnerungen und eigene Anweisungen nutzen, wenn Sie die Personalisierung nicht beim Start ausschalten; nachträglich lässt sich das nicht mehr ändern (Quelle: help.openai.com, Temporary Chat FAQ, Stand: September 2026).
  • Ein frischer Chat pro Frage. Sonst beantwortet die KI die vierte Frage im Kontext der ersten drei.
  • Wortlaut einfügen statt tippen, aus einer Datei, und vor dem Absenden prüfen, ob exakt dieser Text im Eingabefeld steht. Beim automatisierten Einfügen sind in meiner Messreihe schon Umlaute verloren gegangen.
  • Tarif und Modell notieren. Laut OpenAI können sich Standardmodell und Limits im kostenlosen Tarif jederzeit ändern (Quelle: help.openai.com, ChatGPT Free Tier FAQ, Stand: September 2026). Eine Antwort von einem anderen Modell ist kein Vergleichswert.

Und lesen Sie erst, wenn die Antwort vollständig dasteht: Die Quellenliste erscheint mitunter vor dem eigentlichen Text.

Wie werten Sie die Antworten aus?

Mit einer Wertung, die niemand auslegen muss: ein Punkt pro Frage, wenn Ihr Firmenname oder Ihre Domain in der Antwort steht, sonst null, höchstens also sechs. Bei der Namensfrage steht Ihr Name schon in der Frage; gewertet wird nur die Antwort, und „Dazu habe ich keine Informationen“ ist keine Nennung.

Abstufungen wie „positiv erwähnt“ oder „an dritter Stelle“ klingen genauer, sind aber Ermessenssache, und Ermessen macht Monate unvergleichbar. Schreiben Sie das Ergebnis immer mit Nenner, also „2 von 6“ statt „zweimal genannt“.

Wie tracken Sie KI-Nennungen über Monate?

In einer einfachen Tabelle mit einer Zeile pro Frage und Monat. Diese Spalten reichen:

  • Datum, Dienst, Tarif und Modell, dazu Auffälligkeiten wie ein Limit-Hinweis
  • Fragennummer und Wertung, also 0 oder 1
  • die genannten Anbieter, in immer derselben Schreibweise
  • die belegten Quellen, also die Seiten, die die Antwort verlinkt
  • ob eine Kartenbox eingeblendet wurde

Die letzten drei Spalten sind wertvoller als der Punktestand. Wer über mehrere Monate bei derselben Frage auftaucht, besitzt offenbar die Quelle, aus der die KI zitiert. Wer neu auftaucht, hat gerade etwas richtig gemacht. Die Schreibweise vereinheitlichen Sie, weil KI-Dienste denselben Anbieter unterschiedlich schreiben; sonst übersehen Sie genau die Wiederkehrer.

Die Quellenspalte zeigt, wo Sie fehlen, und bei regionalen Fragen liegt das oft außerhalb der eigenen Website: Bei zwei von sechs Fragen meines Protokolls hat ChatGPT im September 2026 eine Kartenbox, den Local Pack, mit Einträgen aus dem Google-Unternehmensverzeichnis eingeblendet. Ändert sich eine Messbedingung, beginnt eine neue Reihe, und Werte vor und nach dem Wechsel werden nicht als Trend gelesen.

Wie oft sollten Sie die KI-Sichtbarkeit messen?

Einmal im Monat, möglichst zur selben Tageszeit. KI-Assistenten nehmen neue Quellen träger auf als eine Suchmaschine, Wirkung zeigt sich eher nach Wochen bis Monaten, und wöchentliche Messungen erzeugen vor allem Rauschen. Eine einzelne Messung reicht umgekehrt nicht, weil dieselbe Frage an verschiedenen Tagen verschiedene Antworten liefern kann. Drei Monate sind das Minimum, bevor Sie eine Richtung ablesen, und ein Punkt mehr oder weniger ist bei sechs Fragen noch kein Trend.

Gilt das Protokoll auch für Perplexity, Gemini und Copilot?

Ja, mit einer Einschränkung: Jeder Dienst bekommt eine eigene Spalte, und Werte verschiedener Dienste werden nie zu einer Zahl addiert, weil sich Quellen, Kartenboxen und Anmeldung unterscheiden. Auch innerhalb eines Dienstes ist angemeldet nicht abgemeldet. In meiner Messreihe hat Perplexity im August 2026 auf dieselbe Frage angemeldet keinen Anbieter genannt, abgemeldet dagegen schon. Wer die Sichtbarkeit in Perplexity prüft, legt deshalb vorher fest, in welchem Zustand gemessen wird. Für die Quellenspalte ist Perplexity besonders ergiebig, weil es zu seinen Antworten die verwendeten Quellen anzeigt.

Kann man LLM-Monitoring selbst machen, oder braucht es ein Werkzeug?

Selbst machen, bis feststeht, welche Fragen zählen. Sechs Fragen im Monat sind in etwa einer halben Stunde erledigt, und Sie sehen genau die Oberfläche, die Ihre Kunden sehen. Werkzeuge, die Modelle über Programmierschnittstellen abfragen, schaffen Hunderte Fragen, zeigen aber nicht zwingend dieselbe Antwort wie die App, etwa ohne Kartenbox. Ein Werkzeug lohnt sich, wenn das Fragenset steht und Sie mehr Fragen, Sprachen oder Regionen brauchen, als eine Person sauber stellen kann. Warum Sie fehlen, sagt kein Dashboard; einen ersten technischen Befund liefert der GEO-Scan in zehn Sekunden.

Fazit

KI-Sichtbarkeit lässt sich ohne Budget messen, wenn drei Dinge feststehen: sechs Fragen im Wortlaut, neutrale Bedingungen und eine Wertung mit Nenner. Der eigentliche Ertrag steckt nicht im Punktestand, sondern in den Namen und Quellen, die statt Ihrer genannt werden. Die Grundlagen stehen im Beitrag GEO: Wie Ihre Firma zur Antwort von ChatGPT und Google AI wird, woran Sie ein sauberes Monitoring bei einem Anbieter erkennen, im Beitrag GEO-Berater in Österreich. Wie ich Messung, Inhalte und Quellen-Aufbau als Leistung zuschneide, steht auf der Seite GEO und unter Performance Sales, wer dahintersteht, im Profil.

Häufige Fragen zum Selbsttest der KI-Sichtbarkeit

Wie teste ich, ob ChatGPT meine Firma kennt?

Stellen Sie in einem frischen temporären Chat ohne Personalisierung die Fragen Ihrer Kunden: nach Anbietern Ihrer Leistung in Ihrer Region, eine Fachfrage und eine Frage direkt nach Ihrer Firma. Zählen Sie, in wie vielen Antworten Ihr Firmenname steht, und notieren Sie, wer stattdessen genannt wird.

Wird meine Firma von der KI empfohlen, wenn sie mich auf Nachfrage kennt?

Nicht unbedingt. Die Namensfrage prüft nur, ob die KI Ihre Firma kennt. Empfohlen werden Sie erst, wenn Sie in Antworten auf Marktfragen ohne Ihren Namen vorkommen.

Wie oft sollte man die KI-Sichtbarkeit messen?

Einmal im Monat, mit denselben Fragen. Eine Richtung lässt sich frühestens nach drei Monaten ablesen.

Kann ich LLM-Monitoring selbst machen?

Ja. Sechs feste Fragen im Monat und eine Tabelle mit Wertung, genannten Anbietern und belegten Quellen reichen für den Anfang. Ein Werkzeug lohnt sich erst für mehr Fragen, Sprachen oder Regionen.

Wie prüfe ich meine Sichtbarkeit in Perplexity?

Mit denselben sechs Fragen in einer eigenen Spalte, nie mit den ChatGPT-Werten addiert, und in einem vorher festgelegten Zustand, angemeldet oder abgemeldet.

Hinweis: Die Angaben zu temporären Chats und zum kostenlosen Tarif stammen aus dem OpenAI Help Center (help.openai.com), abgerufen im September 2026. Funktionen und Limits der KI-Dienste ändern sich häufig.