Kurzfassung: Ob ChatGPT Ihre Firma kennt und empfiehlt, testen Sie am zuverlässigsten mit sechs festen Fragen, die Sie jeden Monat unverändert stellen: vier Fragen nach Anbietern Ihrer Leistungen in Ihrer Region, eine Fachfrage aus Ihrem Thema und eine Frage direkt nach Ihrer Firma. Die Markt- und Fachfragen stellen Sie in je drei Formulierungen und an drei Tagen, jede in einem frischen temporären Chat ohne Personalisierung. Gezählt wird der Anteil der Antworten, in denen Ihr Firmenname steht, und zusätzlich notieren Sie, wer stattdessen genannt wird. Eine einzelne Antwort ist nur eine Stichprobe.
Wie teste ich, ob ChatGPT meine Firma kennt?
Mit den Fragen, die ein Kunde stellen würde, nicht mit denen, die Sie selbst stellen würden. „Was weißt du über die Muster GmbH?“ prüft nur, ob ein Name auffindbar ist. Kunden fragen nach einem Anbieter für eine Leistung, meist mit Ort und fast nie mit einem Firmennamen im Kopf. Ein brauchbarer Test enthält deshalb beide Frageformen, mit einer klaren Mehrheit an Marktfragen.
Den schnellen Einstieg bietet der KI-Sichtbarkeits-Check: fünf Testfragen, eine Bewertung pro Antwort, ein Score von 0 bis 10. Das ist eine gute Momentaufnahme. Wer sehen will, ob sich über die Zeit etwas bewegt, braucht ein KI-Monitoring mit einem Protokoll, das jeden Monat gleich abläuft. Ich messe meine eigene KI-Sichtbarkeit seit August 2026 monatlich nach dem Fragenaufbau, den dieser Beitrag beschreibt, seit Oktober 2026 mit vier Formulierungen je Thema an drei Tagen.
Welche sechs Fragen gehören ins Protokoll?
Sechs Fragen in drei Typen, jede so formuliert, wie ein Kunde sie eintippen würde:
- Frage 1 bis 4, Marktfragen: eine je Leistungsfeld, etwa „Welche Berater für [Leistung] in [Region] kannst du empfehlen?“. Wer nur eine Leistung anbietet, variiert Region oder Kundengruppe.
- Frage 5, Fachfrage: ein typisches Problem Ihrer Kunden, etwa „Wie kann ich [Problem] lösen?“. Hier verlangt niemand einen Anbieter, aber die KI kann eine Fachquelle zitieren. Auf diesen Fragetyp zahlen gute Fachartikel ein.
- Frage 6, Namensfrage: „Was weißt du über [Firma]?“. Sie prüft, ob die KI Ihre Firma kennt und richtig beschreibt.
Drei Regeln für den Wortlaut. Die Fragen stammen aus echten Anfragen, also aus Mails und Erstgesprächen, nicht aus Ihrem Werbetext. Sie enthalten den Ort, wenn Ihre Kunden regional suchen; wie stark sich regionale Antworten unterscheiden, zeigt der Beitrag GEO-Berater in Niederösterreich. Und sie werden einmal festgelegt und danach nicht mehr angefasst. Wer eine Frage austauscht, beginnt eine neue Messreihe.
Warum reicht es nicht, jede Frage einmal zu stellen?
Weil ein KI-Assistent auf dieselbe Frage nicht jedes Mal dieselben Anbieter nennt. Eine Studie von Forschenden der Northwestern University und der Boston University hält fest, dass wiederholte Antworten auf dieselbe Anfrage unterschiedliche Marken und Reihenfolgen liefern können. Sie bewertet Empfehlungen deshalb über wiederholte Stichproben und misst, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Marke genannt wird. Dieselbe Studie zeigt, dass sich die genannten Marken ändern, sobald die Frage Ziele und Rahmenbedingungen des Fragenden enthält (Quelle: Malthouse u. a., „Evaluating Brand Retrieval and Ranking in Large Language Model Recommendations“, arXiv 2609.16304, September 2026).
Für den Selbsttest heißt das: Jede Markt- und Fachfrage bekommt drei Formulierungen, so verschieden, wie drei Kunden sie stellen würden, und jede wird an drei Tagen gestellt. Das sind 45 Antworten im Monat, dazu die Namensfrage einmal je Tag. Wer weniger Zeit hat, nimmt zwei Formulierungen an zwei Tagen.
Unter welchen Bedingungen messen Sie neutral?
Unter Bedingungen, in denen die KI nichts über Sie weiß, bevor die Frage gestellt ist. In meiner Messreihe hat ChatGPT im normalen, eingeloggten Chat ungefragt Wissen aus dem Gedächtnis des Kontos herangezogen. Vier Bedingungen halten das heraus:
- Temporärer Chat, und zwar ohne Personalisierung. Temporäre Chats legen keine neuen Erinnerungen an. Sie können laut OpenAI aber vorhandene Erinnerungen und eigene Anweisungen nutzen, wenn Sie die Personalisierung nicht beim Start ausschalten; nachträglich lässt sich das nicht mehr ändern (Quelle: help.openai.com, Temporary Chat FAQ, Stand: September 2026).
- Ein frischer Chat pro Frage. Sonst beantwortet die KI die vierte Frage im Kontext der ersten drei.
- Wortlaut einfügen statt tippen, aus einer Datei, und vor dem Absenden prüfen, ob exakt dieser Text im Eingabefeld steht. Beim automatisierten Einfügen sind in meiner Messreihe schon Umlaute verloren gegangen.
- Tarif und Modell notieren. Laut OpenAI können sich Standardmodell und Limits im kostenlosen Tarif jederzeit ändern (Quelle: help.openai.com, ChatGPT Free Tier FAQ, Stand: September 2026). Eine Antwort von einem anderen Modell ist kein Vergleichswert.
Und lesen Sie erst, wenn die Antwort vollständig dasteht: Die Quellenliste erscheint mitunter vor dem eigentlichen Text.
Wie werten Sie die Antworten aus?
Mit einer Wertung, die niemand auslegen muss: Jede Antwort zählt 1, wenn Ihr Firmenname oder Ihre Domain darin steht, sonst 0. Das Ergebnis ist der Anteil, zum Beispiel „7 von 45 Antworten“. Die Namensfrage werten Sie getrennt, weil Ihr Name dort schon in der Frage steht und sie die Quote sonst schönt; gewertet wird nur die Antwort, und „Dazu habe ich keine Informationen“ ist keine Nennung.
Abstufungen wie „positiv erwähnt“ oder „an dritter Stelle“ klingen genauer, sind aber Ermessenssache, und Ermessen macht Monate unvergleichbar. Schreiben Sie das Ergebnis immer mit Nenner, also „7 von 45“ statt „siebenmal genannt“.
Wie tracken Sie KI-Nennungen über Monate?
In einer einfachen Tabelle mit einer Zeile pro Antwort. Diese Spalten reichen:
- Datum, Dienst, Tarif und Modell, dazu Auffälligkeiten wie ein Limit-Hinweis
- Fragennummer, Formulierung und Wertung, also 0 oder 1
- die genannten Anbieter, in immer derselben Schreibweise
- die belegten Quellen, also die Seiten, die die Antwort verlinkt
- ob eine Kartenbox eingeblendet wurde
Die letzten drei Spalten sind wertvoller als der Punktestand. Wer über mehrere Monate bei derselben Frage auftaucht, besitzt offenbar die Quelle, aus der die KI zitiert. Wer neu auftaucht, hat gerade etwas richtig gemacht. Die Schreibweise vereinheitlichen Sie, weil KI-Dienste denselben Anbieter unterschiedlich schreiben; sonst übersehen Sie genau die Wiederkehrer.
Die Quellenspalte zeigt, wo Sie fehlen, und bei regionalen Fragen liegt das oft außerhalb der eigenen Website: Bei zwei von sechs Fragen meines Protokolls hat ChatGPT im September 2026 eine Kartenbox, den Local Pack, mit Einträgen aus dem Google-Unternehmensverzeichnis eingeblendet. Ändert sich eine Messbedingung, beginnt eine neue Reihe, und Werte vor und nach dem Wechsel werden nicht als Trend gelesen.
Wie oft sollten Sie die KI-Sichtbarkeit messen?
Einmal im Monat, verteilt auf drei Tage und möglichst zur selben Tageszeit. KI-Assistenten nehmen neue Quellen träger auf als eine Suchmaschine, Wirkung zeigt sich eher nach Wochen bis Monaten, und wöchentliche Messungen erzeugen vor allem Rauschen. Drei Monate sind das Minimum, bevor Sie eine Richtung ablesen, und auch bei 45 Antworten sind zwei oder drei Nennungen mehr oder weniger noch kein Trend.
Gilt das Protokoll auch für Perplexity, Gemini und Copilot?
Ja, mit einer Einschränkung: Jeder Dienst bekommt eine eigene Spalte, und Werte verschiedener Dienste werden nie zu einer Zahl addiert, weil sich Quellen, Kartenboxen und Anmeldung unterscheiden. Auch innerhalb eines Dienstes ist angemeldet nicht abgemeldet. In meiner Messreihe hat Perplexity im August 2026 auf dieselbe Frage angemeldet keinen Anbieter genannt, abgemeldet dagegen schon. Wer die Sichtbarkeit in Perplexity prüft, legt deshalb vorher fest, in welchem Zustand gemessen wird. Für die Quellenspalte ist Perplexity besonders ergiebig, weil es zu seinen Antworten die verwendeten Quellen anzeigt.
Kann man LLM-Monitoring selbst machen, oder braucht es ein Werkzeug?
Selbst machen, bis feststeht, welche Fragen zählen. Die 45 Antworten kosten im Monat rund eineinhalb Stunden, verteilt auf drei Tage, und Sie sehen genau die Oberfläche, die Ihre Kunden sehen. Werkzeuge, die Modelle über Programmierschnittstellen abfragen, schaffen Hunderte Fragen, zeigen aber nicht zwingend dieselbe Antwort wie die App: Eine Prüfung der Stanford University an ChatGPT, Claude und Gemini fand systematische Unterschiede zwischen Schnittstelle und Oberfläche in Genauigkeit und Konsistenz der Antworten; Messungen über die Schnittstelle lassen sich demnach nicht ohne Weiteres auf die Oberfläche übertragen (Quelle: Wang u. a., „API Benchmark Scores Do Not Reliably Transfer to Chatbot Interfaces“, arXiv 2609.08861, September 2026). Ein Werkzeug lohnt sich, wenn das Fragenset steht und Sie mehr Fragen, Sprachen oder Regionen brauchen, als eine Person sauber stellen kann. Warum Sie fehlen, sagt kein Dashboard; einen ersten technischen Befund liefert der GEO-Scan in zehn Sekunden.
Fazit
KI-Sichtbarkeit lässt sich ohne Budget messen, wenn drei Dinge feststehen: sechs Fragen mit festen Formulierungen, neutrale Bedingungen und eine Wertung mit Nenner. Der eigentliche Ertrag steckt nicht im Punktestand, sondern in den Namen und Quellen, die statt Ihrer genannt werden. Die Grundlagen stehen im Beitrag GEO: Wie Ihre Firma zur Antwort von ChatGPT und Google AI wird, woran Sie ein sauberes Monitoring bei einem Anbieter erkennen, im Beitrag GEO-Berater in Österreich. Wie ich Messung, Inhalte und Quellen-Aufbau als Leistung zuschneide, steht auf der Seite GEO und unter Performance Sales, wer dahintersteht, im Profil.
Häufige Fragen zum Selbsttest der KI-Sichtbarkeit
Wie teste ich, ob ChatGPT meine Firma kennt?
Stellen Sie in einem frischen temporären Chat ohne Personalisierung die Fragen Ihrer Kunden: nach Anbietern Ihrer Leistung in Ihrer Region, eine Fachfrage und eine Frage direkt nach Ihrer Firma. Stellen Sie jede Frage in mehreren Formulierungen und an mehreren Tagen, zählen Sie den Anteil der Antworten, in denen Ihr Firmenname steht, und notieren Sie, wer stattdessen genannt wird.
Wird meine Firma von der KI empfohlen, wenn sie mich auf Nachfrage kennt?
Nicht unbedingt. Die Namensfrage prüft nur, ob die KI Ihre Firma kennt. Empfohlen werden Sie erst, wenn Sie in Antworten auf Marktfragen ohne Ihren Namen vorkommen.
Wie oft sollte man die KI-Sichtbarkeit messen?
Einmal im Monat, mit denselben Fragen und Formulierungen, verteilt auf drei Tage. Eine Richtung lässt sich frühestens nach drei Monaten ablesen.
Kann ich LLM-Monitoring selbst machen?
Ja. Sechs feste Fragen in je drei Formulierungen, an drei Tagen gestellt, und eine Tabelle mit Wertung, genannten Anbietern und belegten Quellen reichen für den Anfang. Ein Werkzeug lohnt sich erst für mehr Fragen, Sprachen oder Regionen.
Wie prüfe ich meine Sichtbarkeit in Perplexity?
Mit denselben Fragen und Formulierungen in einer eigenen Spalte, nie mit den ChatGPT-Werten addiert, und in einem vorher festgelegten Zustand, angemeldet oder abgemeldet.
Hinweis: Die Angaben zu temporären Chats und zum kostenlosen Tarif stammen aus dem OpenAI Help Center (help.openai.com), abgerufen im September 2026. Die beiden im Text genannten Studien sind Vorabveröffentlichungen auf arxiv.org, abgerufen im Oktober 2026. Funktionen und Limits der KI-Dienste ändern sich häufig.