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Projekt: FrameFold

Ich habe eine App gebaut, die fast niemand braucht. Absichtlich.

FrameFold ist seit August 2026 im App Store. Seit 4. Oktober 2026 ist Version 2.0 live, die achte Version in sieben Wochen. Die App nimmt einen Arbeitsprozess auf oder übernimmt ein vorhandenes Video und macht daraus automatisch eine Stopmotion-Animation. Die Zielgruppe: bildende Künstler, Handwerk, Kunstpädagogik. Ein Markt, den kein Konzern je bedienen wird, weil er sich nicht rechnet. Für eine Beratung ist so ein Projekt trotzdem interessant, und zwar genau deshalb.

16 Sekunden FrameFold 2.0. Papier, Animation und Musik sind im Code entstanden, ohne Stock-Material.

Der Anlass war eine einzige Person

Der österreichische Künstler Aldo Tolino faltet gedruckte Fotografien zu Objekten und fotografiert sie wieder. Bild wird Objekt wird Bild. Er wollte diesen Prozess dokumentieren, ohne ihn dauernd zu unterbrechen. Kein Stativ-Auslöser, kein Assistent, keine hundert Einzelaufnahmen von Hand.

Also haben wir ein Werkzeug gebaut, das die ruhigen Momente in einem Video selbst findet. Es verwirft jedes Bild, auf dem seine Hände zu sehen sind, gleicht Verwacklung aus und montiert den Rest zur Animation. Alles läuft auf dem Gerät, ohne Cloud und ohne Konto.

Aus dem Auftrag für eine Person wurde ein öffentliches Produkt. Und aus dem Produkt ein Vertriebsargument, das anders funktioniert als alles, was ich sonst empfehle.

Dieses Demo-Video wurde mit FrameFold gemacht. Womit sonst.

FrameFold auf dem iPhone: aus einem Video eines Faltprozesses wird eine Stopmotion-Animation

Was eine kleine App kann, was ein Whitepaper nicht kann

Klassisches Content-Marketing behauptet Kompetenz. Eine App, die läuft, beweist sie. Und der Beweis ist in Sekunden überprüfbar: herunterladen, öffnen, ausprobieren.

Beweis statt Versprechen

Wer wissen will, ob ich Digitalisierungsprojekte zu Ende bringe, muss keiner Referenzliste glauben. Die App ist im Store, sie hat Apples Prüfung bestanden, und auch die unangenehmen Teile sind nachweisbar erledigt: Datenschutzerklärung, EU-Händlerstatus, Store-Compliance.

Wenige Besucher, aber die richtigen

Eine Nischen-App erreicht wenig Menschen. Aber wer FrameFold findet, hat ein sehr spezifisches Problem und sucht jemanden, der solche Probleme löst. Das ist mir lieber als tausend Klicks von Leuten, die nie anrufen.

Material, das man nicht erfinden muss

Ein echtes Produkt liefert von selbst, was sonst mühsam konstruiert wird: Screenshots, ein Demo-Video, ein öffentliches Code-Repository, eine Entstehungsgeschichte mit einem echten Menschen darin.

Ein Satz, der Gespräche öffnet

"Ich mache Digitalberatung" beendet Smalltalk zuverlässig. "Ich habe für einen Künstler eine App gebaut, die erkennt, wann seine Hände aus dem Bild sind" hat noch jedes Gespräch verlängert.

FrameFold Screenshot: Video auswählen FrameFold Screenshot: ruhige Momente werden automatisch erkannt FrameFold Screenshot: Bildauswahl und Stabilisierung FrameFold Screenshot: fertige Stopmotion-Animation exportieren

Gebaut für den Alltag im Atelier

Eine App wird nicht am Schreibtisch gut, sondern am Stativ, im Atelier, vor Publikum und bei Menschen in anderen Ländern. Sechs Beispiele, wie FrameFold dort arbeitet.

Jemand muss das Stativ berühren

Am Stativ ist jede Berührung des iPhones ein Wackler. Deshalb hat FrameFold eine eigene App für die Apple Watch: Auslösen und Beenden vom Handgelenk, Bildzähler und Zustand laufen live am Zifferblatt mit. Eine eigenständige App, ab watchOS 10. Wer keine Watch trägt, hat zwei andere Wege für dasselbe Problem: Die Lautstärketasten von Kopfhörern und AirPods lösen ebenfalls aus, und ein langer Druck auf den Auslöser startet einen Countdown von drei Sekunden. Seit Version 2.1 wartet der automatische Auslöser, bis auch die Fingerspitzen aus dem Bild sind, und erkennt Griffe auch bei wenig oder flackerndem Licht.

Acht Leute wollen zusehen

Ein Atelierbesuch mit acht Leuten funktioniert nicht, wenn alle auf ein iPhone am Stativ schauen. Deshalb spielt FrameFold auf den großen Bildschirm, per HDMI oder AirPlay an Monitor oder Beamer. Der externe Bildschirm zeigt das Kamerabild mit einer Katalogzeile. Keine Bedienelemente, kein HUD. Läuft gerade keine Sitzung, zeigt er die Galerie. Gedacht für Kurse und Atelierbesuche.

Sehen, wie es entsteht

Bisher sah man die Stopmotion erst nach „Fertig“. Seit Version 2.0 wächst der Film während der Arbeit mit. Ab dem zweiten Bild läuft die Stopmotion als Schleife, während die Aufnahme noch läuft. Im Sucher ist das eine kleine Kachel, ein Tipp vergrößert sie. Auf dem Studio-Monitor teilt sich das Bild: links die Kamera, rechts „Der Film bisher“. Im Kurs oder beim Atelierbesuch sehen so alle beides nebeneinander: die Hände bei der Arbeit und das Werk, das daraus wird. Seit Version 2.1 ist FrameFold außerdem für das faltbare iPhone Duo vorbereitet: Aufgeklappt teilt sich der Sucher, links die Kamera, rechts der Film bisher. Seit 2.2 gilt das auch halb aufgeklappt. Läuft die Aufnahme, zeigt das Außendisplay den Film bisher, den Zähler und den Stand der Kamera. Geprüft ist das im Simulator, das Gerät selbst ist noch nicht im Handel.

Das Bild ist unscharf

Ein unscharfes Bild fällt oft erst auf, wenn der Aufbau längst wieder abgebaut ist. Deshalb fixiert die Kamera den Fokus erst, wenn er wirklich sitzt: Die App misst laufend die Bildschärfe und fixiert am Optimum. Gelingt das nicht, wird gar nicht fixiert. Bricht die Schärfe später weg, stellt die App von selbst neu scharf. Ein unscharfes Bild landet nicht im Werk. Dazu zwei Aufnahmearten: Am Stativ bleibt der Fokus fest, aus der Hand läuft er mit. Der Bewegungssensor erkennt, was zutrifft, ein Tipp im Sucher schaltet um. Nachzulesen in den Release-Notes zu Version 1.2. Seit Version 1.4 wählt die App außerdem feiner aus: Auch ein kleiner Arbeitsschritt, etwa eine einzelne neue Falzlinie, wird als eigenes Bild erkannt, nachzulesen in den Release-Notes zu Version 1.4.

Die Nutzer sprechen eine andere Sprache als der Store

Ein großer Teil der Downloads kam aus Frankreich, obwohl der Store-Eintrag nur auf Deutsch war. Deshalb ist FrameFold seit Version 1.3 zweisprachig. Die ganze App gibt es auf Englisch, vom ersten Start bis zum Kontaktbogen. Die Sprache folgt der Einstellung des iPhones. Dazu kommt ein eigener englischer Store-Eintrag mit Beschreibung und Screenshots. Der neue Untertitel sagt in beiden Sprachen, was die App kann: „Stopmotion-Kamera automatisch“ und „Hands-free stop motion camera“. Alle Änderungen stehen in den Release-Notes zu Version 1.3. Nach Englisch kam mit Version 2.0 Französisch dazu, weil Frankreich bei den Downloads früh auffiel. App und Store-Eintrag gibt es damit in drei Sprachen.

Wieder in die Hand nehmen

Am Ende will man etwas in der Hand halten. Seit Version 2.0 wird aus dem Film wieder ein Objekt: Jedes Werk lässt sich als druckfertiges Daumenkino ausgeben. Ein A4-Bogen mit hellen Schnittlinien, Bindekante und nummerierten Blättern, dazu ein Deckblatt mit Titel. Kurze Serien laufen mehrmals durch, damit das Heftchen dick genug zum Blättern wird. Die Funktion steht in jedem Modus unter „Drucken“, auch im Einfach-Modus. Gedacht ist sie für Kinder und Kurse. Für Aldo Tolinos Arbeit schließt sich damit der Kreis ein weiteres Mal: Bild, Objekt, Bild. Beides, Live-Loop und Daumenkino, steht in den Release-Notes zu Version 2.0.

FrameFold-Sucher auf dem iPhone neben der Apple Watch, die den Bildzähler der laufenden Aufnahme zeigt

Der Sucher am Stativ, der Auslöser am Handgelenk. Das iPhone bleibt unberührt.

Kontaktbogen in FrameFold mit 28 nummerierten Bildern einer gefalteten Porträt-Fotografie, englische Oberfläche

Seit 1.3 auch auf Englisch: Kontaktbogen einer Porträt-Faltung, 28 Bilder.

Ohne Wege dorthin ist die beste Referenz unsichtbar

Der häufigste Fehler bei solchen Projekten: Die Seite entsteht, wird einmal auf LinkedIn geteilt und verschwindet dann. Eine Seite, auf die nichts verlinkt, ist für Suchmaschinen bedeutungslos und für Besucher eine Sackgasse.

Deshalb gehört zu diesem Projekt mehr als die Seite selbst. Die Startseite, die Leistungsseiten und die Referenzen verweisen im Text hierher, diese Seite verweist zurück auf das Angebot, für das sie der Beleg ist, und ältere Beiträge zu verwandten Themen wurden nachgerüstet. So wird aus einer Geschichte ein Vertriebsweg. Wie diese Website insgesamt als Testfeld dient, steht auf der Seite zu Generative Engine Optimization.

Dieselbe Logik gilt für Ihre Website. Ich prüfe sie in jedem Projekt mit, denn die beste Referenz nützt nichts, wenn kein Weg zu ihr führt.

Was so ein Projekt voraussetzt

Ganz ehrlich: Eine eigene App ersetzt kein Marketing, sie ergänzt es. Und sie funktioniert nur unter Bedingungen, die nicht jedes Unternehmen erfüllt.

Es braucht das echte Problem einer echten Person. Erfundene Zielgruppen erzeugen erfundene Produkte, und das merkt man ihnen an. Es braucht die Bereitschaft, das Ergebnis öffentlich zu machen, samt Code und Fehlern. Und es braucht den Atem für den unglamourösen Teil: Store-Richtlinien, Datenschutz und Auflagen sind die Hürde, an der die meisten Vorhaben tatsächlich scheitern, nicht die Technik.

Der Aufwand ist kleiner, als die meisten vermuten. FrameFold ist in wenigen Wochen entstanden, KI-gestützt entwickelt, mit automatisierter Build- und Testpipeline. Der Engpass ist heute selten die Umsetzung. Der Engpass ist die Entscheidung.

Sprechen wir darüber.

Sie überlegen, ob ein eigenes kleines Produkt für Ihr Unternehmen Sinn ergibt? Oder Sie haben eine Idee, die seit Jahren in der Schublade liegt, weil die Umsetzung zu groß wirkte?

FrameFold ist kostenlos im App Store verfügbar und wurde von Bracharz Consulting entwickelt. Der Quellcode liegt offen auf GitHub. Die App verarbeitet alle Daten lokal auf dem Gerät, Details in der Datenschutzerklärung.