Kurzfassung: KMU.DIGITAL ist beendet. Das Förderprogramm wird ab 2027 nicht fortgeführt, und das Budget der Runde 4.0 ist ausgeschöpft. Anträge auf Beratungs- oder Umsetzungsförderung sind deshalb nicht mehr möglich. Wer heute Geld für ein Digitalisierungsprojekt sucht, findet es vor allem bei den Förderstellen der Bundesländer, gesammelt in der Förderübersicht für Bund und alle neun Bundesländer.

Ist KMU.DIGITAL eingestellt?

Ja. Auf der Startseite von kmudigital.at steht wörtlich: „Aufgrund der aktuellen Konsolidierungsmaßnahmen im Bundeshaushalt wird das Förderprogramm KMU.DIGITAL ab 2027 nicht fortgeführt.“ Direkt davor steht der zweite Teil der Nachricht: „Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft. Eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung ist somit nicht mehr möglich.“ (Quelle: kmudigital.at, geprüft am 29.09.2026, Stand: September 2026.)

Formal läuft die Förderperiode noch bis Jahresende: Laut FAQ von kmudigital.at ist das Programm „bis zum 31.12.2026 gültig“. Weil das Budget aber aufgebraucht ist, bringt ein Antrag in den letzten Monaten nichts mehr. Für die Praxis heißt das: 2026 ist über KMU.DIGITAL nichts mehr zu holen, und ab 2027 gibt es das Programm nicht mehr.

Was hat KMU.DIGITAL gefördert?

KMU.DIGITAL war eine Initiative des Wirtschaftsministeriums (BMWET) mit der Wirtschaftskammer. Es förderte die Beratung österreichischer KMU durch zertifizierte Berater:innen zu vier Themen: Geschäftsmodelle und Prozesse, E-Commerce und Online-Marketing, IT- und Cybersecurity sowie digitale Verwaltung. Die Sätze der letzten Runde 4.0 laut kmudigital.at, jeweils in der Vergangenheit, weil keine Anträge mehr möglich sind:

  • Status- und Potenzialanalyse: 80 % Zuschuss, höchstens 400 Euro pro Tool.
  • Strategieberatung: 50 % Zuschuss, höchstens 1.000 Euro pro Tool.
  • Umsetzungsförderung: 30 % Zuschuss, höchstens 6.000 Euro, bei förderbaren Kosten von 2.000 bis 30.000 Euro netto. Voraussetzung war eine abgeschlossene und ausbezahlte geförderte Beratung.

Für Beratungen gab es insgesamt höchstens 3.000 Euro pro Unternehmen. Die Schiene KMU.DIGITAL & GREEN funktionierte gleich, für Projekte, die Digitalisierung mit ökologischer Umgestaltung verbanden. Quelle: kmudigital.at, Programmseite und FAQ zur Beratungs- und Umsetzungsförderung, Stand: September 2026.

Was gilt für bewilligte und laufende Förderfälle?

Eine eigene Regel für laufende Fälle nach dem Programmende nennt kmudigital.at nicht. Die FAQ beschreibt nur die Fristen, die für jede Zusage gelten. Bei der Beratungsförderung beträgt die Abrechnungsfrist zwei Monate für Status- und Potenzialanalysen und drei Monate für Strategieberatungen, jeweils ab der Reservierungszusage. Hochzuladen sind Beratungsbericht, Rechnung mit Geschäftszahl und ausführender Berater:in sowie der Zahlungsnachweis. Bei der Umsetzungsförderung müssen die Abrechnungsunterlagen spätestens zwei Monate nach Projektabschluss bei der aws liegen.

Wie sich das Programmende auf Ihren konkreten Förderfall auswirkt, kann ich Ihnen nicht verbindlich sagen. Das beantwortet nur die Förderstelle. Für Umsetzungsprojekte nennt die FAQ die KMU.DIGITAL-Hotline unter +43 1 25 30 770 oder kmudigital@aws.at. Halten Sie Ihre Geschäftszahl bereit.

Gibt es einen Nachfolger für KMU.DIGITAL?

Angekündigt ist keiner. Auf kmudigital.at steht mit Stand 29.09.2026 nur, dass das Programm nicht fortgeführt wird. Ich mache hier keine Vermutungen, weil Betriebe auf solche Aussagen ihre Projekte planen. Sobald eine Förderstelle ein neues Bundesprogramm veröffentlicht, nehme ich es in die Förderübersicht auf.

Wohin wenden sich KMU jetzt?

Zu den Ländern. Mehrere Bundesländer fördern Digitalisierungsprojekte mit eigenen Programmen, mit unterschiedlichen Sätzen, Fristen und Voraussetzungen. Die Details stehen nicht hier, weil sie sich laufend ändern. Sie stehen gepflegt in der Übersicht der Digitalisierungsförderungen in Bund und Ländern. Welches Programm zu Ihrem Standort und Vorhaben passt, zeigt der Länder-Förder-Check in wenigen Klicks.

Das aktuellste Beispiel ist Niederösterreich. Land und Wirtschaftskammer nehmen ab 1. Oktober 2026 Anträge für digi4wirtschaft an: 20 Prozent Zuschuss, bis zu 25.000 Euro für Projekte, die Daten im Betrieb besser nutzen, längstens bis 31. Dezember 2026. Die Beratung dafür kann über die Technologie- und InnovationsPartner der WKNÖ gefördert werden.

Für die Beratung selbst ändert sich weniger, als man denkt. Was eine gute Digitalisierungsberatung ausmacht und was sie kostet, steht im Artikel Digitalisierungsberatung für KMU: Ablauf, Kosten, Auswahl. Wie Sie eine passende Beraterin oder einen passenden Berater auswählen, beschreibt KMU.DIGITAL-Berater finden. Die dort genannten Auswahlkriterien gelten auch ohne Förderung.

Was aus rund 30 KMU.DIGITAL-Beratungen bleibt

Ich habe seit 2024 rund 30 geförderte KMU.DIGITAL-Beratungen durchgeführt. Drei Beobachtungen daraus gelten unabhängig davon, wer eine Beratung bezahlt.

Eine konkrete Frage schlägt ein großes Thema. Die stärksten Ergebnisse gab es bei Betrieben mit einem bis fünfzig Mitarbeitenden, die eine greifbare Frage mitbrachten: der Handwerksbetrieb, dessen Auftragsabwicklung noch auf Zetteln lief. Der Händler, der wissen wollte, ob sich ein Online-Kanal rechnet. Der Möbelhersteller, der seine Prozesse digital durchgängig machen wollte.

Erst die Richtlinie lesen, dann bestellen. Bei KMU.DIGITAL wurden nur Kosten gefördert, die nach der Antragstellung angefallen sind. Wer zuerst den Webshop beauftragt hat, war die Förderung los. Ob ein Landesprogramm dieselbe Reihenfolge verlangt, steht in dessen Richtlinie. Prüfen Sie das vor der ersten Rechnung.

Ein Konzept braucht eine Reihenfolge. Ein 40-Seiten-Bericht, den niemand liest, hilft nicht. Ein gutes Digitalisierungskonzept endet mit drei priorisierten Maßnahmen, Verantwortlichen und einem Zeitplan.

Fazit

KMU.DIGITAL hat vielen kleinen Betrieben den Einstieg in eine strukturierte Digitalisierung erleichtert. Diese Tür ist jetzt zu. Für die Finanzierung sind die Landesprogramme der nächste Weg, für die Planung bleibt eine gute Beratung sinnvoll, auch ohne Zuschuss. Was ich dabei konkret anbiete, steht auf der Leistungsseite Digitalisierungsberatung für KMU.

Hinweis: Alle Förderangaben stammen von kmudigital.at, Stand: September 2026. Verbindlich sind ausschließlich die Aussagen der Förderstelle.

Häufige Fragen zum Ende von KMU.DIGITAL

Wird KMU.DIGITAL 2027 fortgeführt?

Nein. Laut kmudigital.at wird das Förderprogramm aufgrund der Konsolidierungsmaßnahmen im Bundeshaushalt ab 2027 nicht fortgeführt. Stand: September 2026.

Kann ich KMU.DIGITAL noch beantragen?

Nein. Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft, eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung ist laut kmudigital.at nicht mehr möglich.

Wie hoch war die KMU.DIGITAL-Förderung?

In der Runde 4.0 gab es 80 % für die Status- und Potenzialanalyse (höchstens 400 Euro), 50 % für die Strategieberatung (höchstens 1.000 Euro) und 30 % für die Umsetzung (höchstens 6.000 Euro). Anträge sind nicht mehr möglich.

Was passiert mit bereits bewilligten KMU.DIGITAL-Förderungen?

Eine eigene Regel dafür nennt kmudigital.at nicht. Es gelten die bekannten Abrechnungsfristen. Für Ihren Einzelfall ist die Förderstelle zuständig, für Umsetzungsprojekte die Hotline +43 1 25 30 770 oder kmudigital@aws.at.

Welche Alternative gibt es zu KMU.DIGITAL?

Ein Bundesnachfolger ist nicht angekündigt. Mehrere Bundesländer fördern Digitalisierung mit eigenen Programmen. Die aktuelle Übersicht steht unter bracharz.com/foerderungen/.